Anfang Mai, ein Dienstagnachmittag am Goldenen Horn. Mir gegenüber saß ein Mann von achtundsechzig Jahren. Einunddreißig Jahre im Stahlwerk in Duisburg, seit der Rente verbringt er die Sommer in der alten Heimat. Er grüßte, setzte sich und zog dann ein zusammengefaltetes Papiertaschentuch aus der Jackentasche. Darin lag seine obere Prothese.
„Herr Doktor, im Juni heiratet meine Enkelin. Ich will diese Prothese nicht schon wieder in der Hosentasche rumtragen.“
Auf der letzten Hochzeit hatte sich die Prothese beim Lammbraten gelockert. Er ist vom Tisch aufgestanden, hat sie auf der Toilette rausgenommen und den Rest des Abends nichts mehr angerührt. Getanzt hat er natürlich auch nicht. Beim Erzählen lachte er. Die Augen lachten nicht mit.
Die meisten, die wegen All-on-4 in der Türkei zu uns kommen, setzen sich mit einem ganz ähnlichen Satz auf den Behandlungsstuhl. Manche kommen aus Deutschland, manche aus den Niederlanden, manche einfach von der anderen Seite Istanbuls. Und die Fragen kommen fast immer in derselben Reihenfolge: Wie viele Tage dauert das, geht das bei mir, tut das weh? Ich erkläre es hier so, wie ich es auch in der Sprechstunde erkläre. Manches ist einfach. Manches braucht Geduld.
Was ist All-on-4? Feste Zähne auf vier Implantaten
All-on-4 ist eine Methode für Kiefer, in denen alle Zähne fehlen oder die restlichen nicht mehr zu retten sind. Vier Implantate kommen in den Kiefer, und darauf wird eine einteilige, festsitzende Brücke mit allen Zähnen verschraubt. Sie nehmen sie nicht heraus. Sie landet nachts nicht im Glas. Bei den Kontrollen schraubt der Zahnarzt sie ab, reinigt sie und setzt sie wieder ein.
Der eigentliche Trick steckt im Winkel der beiden hinteren Implantate. Die vorderen zwei werden gerade gesetzt, die hinteren schräg. Warum? Im Oberkiefer liegt hinten die Kieferhöhle, im Unterkiefer der Kanal des Nervs, der Lippe und Kinn mit Gefühl versorgt. Fehlen dort jahrelang Zähne, baut sich auch der Knochen ab. Ein schräges Implantat holt sich Halt im dichteren Knochen weiter vorne, umgeht diese Hindernisse und macht bei vielen Patienten einen Knochenaufbau seltener nötig. Seltener, wohlgemerkt. Nicht überflüssig.
Zahnlosigkeit ist verbreiteter, als man denkt. Laut dem im März 2025 aktualisierten Faktenblatt zur Mundgesundheit der Weltgesundheitsorganisation liegt der weltweite Schätzwert für komplette Zahnlosigkeit bei Erwachsenen über 20 bei fast 7 Prozent, bei Menschen über 60 bei 23 Prozent. Fast jeder Vierte jenseits der sechzig hat also keinen einzigen eigenen Zahn mehr. Die meisten leben mit einer herausnehmbaren Prothese. Ehrlich gesagt: Eine gut gemachte Vollprothese ist für viele Menschen nach wie vor eine völlig vernünftige Lösung. Aber wenn die untere Prothese einfach nie richtig sitzt, wenn die Gaumenplatte Ihnen den Geschmack vom Essen nimmt, wenn Sie beim Lachen die Hand vor den Mund halten, dann sieht die Sache anders aus.

All-on-4 in der Türkei: Wie viele Tage dauert es?
Kurze Antwort: bei den meisten Patienten zwei Aufenthalte. Der erste dauert 5-7 Tage, der zweite folgt 3-6 Monate später und dauert wieder 5-7 Tage. Die lange Antwort steht in der Tabelle unten. Das ist ein Durchschnitt, kein persönlicher Terminplan. Den genauen Zeitrahmen bestimmt Ihr DVT.
| Phase | Was passiert | Übliche Dauer |
|---|---|---|
| Vorab-Einschätzung aus der Ferne | Wir sehen uns Panoramaröntgen, Fotos und Ihre Medikamentenliste an | 1-3 Wochen vor der Anreise |
| 1. Aufenthalt, erster Tag | Untersuchung, DVT, bei Bedarf Blutwerte, schriftlicher Behandlungsplan | 1 Tag |
| 1. Aufenthalt, Eingriff | Notwendige Extraktionen und Setzen der Implantate | Meist 2-3 Stunden pro Kiefer |
| 1. Aufenthalt, provisorische Zähne | Abdruck, Einsetzen der festen provisorischen Brücke, Kontrolle | 1-3 Tage nach dem Eingriff |
| Einheilphase | Weiche Kost, Nachsorge aus der Ferne | 3-6 Monate, mit Knochenaufbau länger |
| 2. Aufenthalt | Abdruck, Anprobe, Einsetzen der endgültigen Brücke | 5-7 Tage |
| Danach | Kontrollen und professionelle Reinigung | Im ersten Jahr alle 3-6 Monate |
Nach dem ersten Aufenthalt fliegt niemand ohne Zähne nach Hause. Wenn der Knochen es zulässt und die Implantate direkt beim Setzen fest genug sitzen, bekommen Sie innerhalb weniger Tage feste provisorische Zähne. Wir nennen das „Sofortbelastung“. Und eines sage ich gleich vorweg, weil es in Prospekten selten steht: Ist der Halt, den wir beim Setzen der Implantate messen, nicht ausreichend, setzen wir keine festen Provisorien ein. Dann überbrücken Sie die Zeit mit einer provisorischen herausnehmbaren Prothese, die die Implantate nicht belastet. Das kommt nicht oft vor, aber es kommt vor, und darüber sollte man schon am ersten Tag sprechen.
Warum der zweite Aufenthalt erst nach 3-6 Monaten? Weil das Implantat Zeit braucht, um mit dem Knochen zu verwachsen. Der Unterkiefer ist meist schneller, der Oberkiefer etwas langsamer. Nach einem Knochenaufbau oder einem Sinuslift kann es länger dauern.
Für wen ist All-on-4 geeignet, für wen nicht?
Der typische Kandidat sieht so aus: ein Erwachsener, der alle Zähne verloren hat oder dessen restliche Zähne wegen fortgeschrittener Parodontitis, Brüchen oder großflächiger Karies nicht mehr zu retten sind, der mit seiner herausnehmbaren Prothese unzufrieden ist und feste Zähne möchte. Das Alter allein ist kein Ausschlussgrund. Wir hatten schon Patienten jenseits der achtzig, bei denen Blutdruck und Blutwerte in Ordnung waren.
Entscheidend sind der Knochen und die allgemeine Gesundheit. Ein erstes Bild liefert das Panoramaröntgen.

Die Entscheidung fällt mit der digitalen Volumentomographie, kurz DVT. Sie zeigt Höhe und Breite des Knochens und die genaue Lage von Kieferhöhle und Nervkanal, Millimeter für Millimeter. Auf diesen Bildern planen wir Winkel und Länge jedes einzelnen Implantats.

Es gibt aber auch Situationen, in denen wir vorsichtiger sein müssen:
- Schlecht eingestellter Diabetes. Ist Ihr Blutzucker gut eingestellt, sind Implantate möglich; wir schauen uns Ihren HbA1c-Wert an und sprechen bei Bedarf vorher mit Ihrem Hausarzt oder Internisten.
- Starkes Rauchen. Es verlangsamt die Heilung und erhöht das Risiko einer Entzündung rund um die Implantate. Ich bitte Sie, mindestens ein paar Wochen vor und nach dem Eingriff aufzuhören.
- Knochenmedikamente gegen Osteoporose per Infusion oder eine Bestrahlung im Kopf-Hals-Bereich in der Vorgeschichte. Hier besteht das Risiko einer ernsten Komplikation am Kieferknochen; die Planung erfolgt sehr sorgfältig, manchmal raten wir auch ganz ab.
- Blutverdünner, Herzklappenerkrankungen, laufende Chemotherapie. Die Entscheidung treffen wir gemeinsam mit Ihrem behandelnden Arzt.
Manche fragen dann: „Herr Doktor, wenn ich Ihnen das alles erzähle, wird die OP dann abgesagt?“ Nein. Probleme gibt es eher, wenn Sie es verschweigen. Fotografieren Sie Ihre Medikamentenpackungen und schicken Sie uns die Bilder. Das reicht schon.
All-on-4 oder All-on-6: Was ist besser?
Diese Frage kommt meist in der zweiten Minute des Beratungsgesprächs, oft mit einem Satz aus irgendeinem Forum: „Sind sechs Implantate nicht stabiler?“
Nicht unbedingt. Bei All-on-6 kommen sechs Implantate in den Kiefer, die Brücke wird an mehr Punkten getragen und die Kaukraft verteilt sich auf eine größere Fläche. Dafür braucht es aber genug Knochen. Fehlt der, muss für sechs Implantate eventuell erst ein Knochenaufbau oder Sinuslift her, und die Behandlung zieht sich um Monate in die Länge. Vier Implantate kommen dank der schrägen hinteren Pfeiler öfter mit dem vorhandenen Knochen aus.
Grob gesagt denken wir so: Im vorderen Unterkiefer ist der Knochen meist dichter, da reichen vier Implantate vielen Patienten. Im Oberkiefer ist er schwammiger, deshalb entscheiden wir uns dort häufiger für fünf oder sechs Implantate, wenn der Knochen es hergibt. Bei Menschen, die nachts mit den Zähnen knirschen, kräftig zubeißen oder einfach groß und kräftig gebaut sind, kann es ebenfalls sinnvoll sein, mehr Implantate zu setzen. Ist der Knochen im Oberkiefer sehr stark zurückgegangen, kommen Zygoma-Implantate ins Spiel, die im Jochbein verankert werden; das ist ein eigener, deutlich größerer Eingriff.

Die Antwort auf „Was ist besser?“ steht also in Ihrem DVT, nicht im Forum. Im ersten Gespräch legen wir beide Möglichkeiten auf den Tisch, falls es eine dritte gibt, auch die, jeweils mit Begründung. Wenn Sie sich für Einzelimplantate interessieren, schauen Sie auf unsere Seite zur Implantatbehandlung.
Prothese, Implantatprothese oder All-on-4?
Bei kompletter Zahnlosigkeit gibt es eigentlich drei Wege, und vom mittleren haben die meisten Patienten noch nie gehört.
Der erste ist die klassische herausnehmbare Vollprothese. Keine Implantate, keine Operation. Die obere hält per Saugwirkung am Gaumen, die untere „balanciert“ eher zwischen Zunge und Wangen. Je mehr Knochen schwindet, desto lockerer wird sie, und der Haftcremeverbrauch steigt. Die Möglichkeiten beschreiben wir ausführlich auf unserer Seite zu herausnehmbarem und festsitzendem Zahnersatz.
Der zweite ist die implantatgetragene herausnehmbare Prothese. Zwei bis vier Implantate kommen in den Kiefer, die Prothese rastet über Druckknopf-ähnliche Verbindungen darauf ein. Abends nehmen Sie sie weiterhin zum Reinigen heraus, aber beim Essen wackelt nichts mehr. Gerade im Unterkiefer ein vernünftiger Mittelweg für alle, die mit weniger Implantaten und einem kleineren Eingriff auskommen möchten.

Der dritte ist eine festsitzende Brücke über den ganzen Kiefer wie bei All-on-4. Sie nehmen nichts heraus, der Gaumen bleibt frei, Geschmack und Sprechen kommen dem natürlichen Gebiss so nahe wie möglich. Dafür braucht es einen größeren Eingriff, gründlichere Pflege und Kontrolltermine, die man nicht schwänzt. Fehlen Ihnen nur einzelne Zähne, ist das eine ganz andere Frage; darüber haben wir im Beitrag Implantat oder Brücke geschrieben.
Unserem Duisburger habe ich beim ersten Termin alle drei Wege erklärt. Im Unterkiefer wäre eine Implantatprothese durchaus eine vernünftige Wahl gewesen. Er hörte zu, überlegte, dann tippte er mit dem Finger auf das Taschentuch auf dem Tisch: „Das trag ich nie wieder in der Tasche rum.“ Damit war es entschieden.
Wie läuft All-on-4 ab? Schritt für Schritt
Vor der Anreise
Bei Patienten aus dem Ausland fängt es meistens mit einer WhatsApp-Nachricht an. Ein Panoramaröntgen, nicht älter als ein Jahr, ein paar Fotos bei Tageslicht, eine Liste Ihrer Medikamente. Damit kann der Zahnarzt grob sagen, ob All-on-4 infrage kommt und wie viele Tage Sie einplanen sollten. Der endgültige Plan entsteht trotzdem erst nach der Untersuchung. Mein Tipp: Buchen Sie den Rückflug so, dass Sie ihn um einen Tag verschieben können. Im DVT gibt es manchmal Überraschungen.
Erster Tag: Untersuchung, DVT, Blutwerte
Untersuchung im Mund, DVT, falls nötig ein Bluttest. Dann geht es um die Ästhetik: Farbe und Länge der Zähne, Ihre Gesichtsproportionen, wie viel Zahnfleisch beim Lächeln zu sehen ist. Das Aussehen der Brücke planen wir am ersten Tag, nicht irgendwann hinterher. Am Ende des Tages halten Sie einen schriftlichen Behandlungsplan in der Hand: wie viele Implantate, welche Zähne gezogen werden, aus welchem Material Provisorium und endgültige Brücke bestehen, wie viele Tage das Ganze dauert.
Der OP-Tag
Zähne, die nicht zu retten sind, werden in derselben Sitzung gezogen, entzündetes Gewebe wird entfernt, die Implantate werden gesetzt. Das Ganze läuft unter örtlicher Betäubung; bei ängstlichen Patienten sprechen wir auch über eine Sedierung im Beisein eines Anästhesisten. Ein Kiefer dauert meist 2-3 Stunden, beide zusammen entsprechend länger. Sie verlassen die Praxis auf eigenen Beinen und löffeln abends im Hotel Ihre Suppe.

Feste provisorische Zähne
Innerhalb von 1-3 Tagen nach dem Eingriff nehmen wir Abdruck und verschrauben eine provisorische Brücke auf den Implantaten. Sie besteht meist aus Acryl oder Komposit, ist leicht und schont das heilende Gewebe. Optisch kommt sie der endgültigen nahe, für harte Kost ist sie aber nicht gebaut. Merken Sie sich das bitte. Ich komme gleich darauf zurück.

Zweiter Aufenthalt: die endgültige Brücke
Nach 3-6 Monaten kommen Sie wieder. Der Knochen ist eingeheilt, das Zahnfleisch hat seine endgültige Form. Neue Abdrücke, eine Anprobe mit aufgestellten Zähnen, Bisskontrolle. Die endgültige Brücke entsteht meist auf einem Gerüst aus Metall oder Zirkon mit Zähnen aus Komposit, Acryl oder Keramik; es gibt auch Brücken, die komplett aus einem Stück Zirkon gefräst werden. Die Unterschiede der Materialien erklären wir ausführlich in unserem Beitrag über Zirkonkronen. Was zu Ihnen passt, hängt von Ihrem Biss ab, davon, ob Sie knirschen, und von den Zähnen im Gegenkiefer.
Hier zahlt es sich am meisten aus, dass das Labor in derselben Stadt sitzt. Gefällt Ihnen bei der Anprobe etwas nicht, liegt die korrigierte Version am nächsten Tag auf dem Tisch.

Tut All-on-4 weh? Was passiert in der ersten Woche?
Während der OP spüren Sie keine Schmerzen. Taubheit und etwas Druck, mehr nicht. Was alle eigentlich wissen wollen, ist das Danach. Die Schwellung erreicht ihren Höhepunkt meist am zweiten und dritten Tag und geht dann zurück. Manche bekommen einen Bluterguss an Wange oder Kinn; der wird gelb und ist nach einer Woche weg. Die Schmerzen lassen sich bei den meisten mit den verordneten Schmerzmitteln gut im Griff halten.
Eine kurze Liste für die ersten 48 Stunden: Kühlen, Kopf hoch lagern, nicht rauchen, kein Strohhalm, keine heiße Dusche, kein Hamam. Die Mundspülung am ersten Tag nicht hin und her spülen, sondern nur im Mund halten und wieder auslaufen lassen. Wir hatten Patienten, die sagten: „Aber Herr Doktor, ich wollte morgen auf den Großen Basar.“ Gehen Sie ruhig. Nur eben ab dem dritten Tag, und die steilen Gassen hoch nehmen Sie ein Taxi.
Dann wäre da noch das Sprechen. In den ersten Tagen mit den Provisorien kann bei „s“ und „sch“ ein leises Pfeifen mitkommen. Die Zunge gewöhnt sich meist innerhalb einer Woche um. Lesen Sie viel laut vor. Ein Patient hat im Hotelzimmer mit der Zeitung geübt; am dritten Tag stritt er mit dem jungen Mann an der Rezeption über Fußball.
Was darf man nach All-on-4 essen?
Bei keinem Thema werde ich so nervig wie hier, denn genau hier brechen die meisten Provisorien. Solange die Implantate mit dem Knochen verwachsen, kann zu viel Kraft diesen Prozess stören. Und die provisorische Brücke ist sowieso nicht für kräftiges Zubeißen gemacht.
In den ersten zwei Wochen essen Sie, was sich mit der Gabel zerdrücken lässt: türkische Linsensuppe, Yayla-Suppe, also warme Joghurtsuppe, Joghurt, Kartoffelpüree, Milchpudding, weich gekochtes Gemüse. In den Wochen danach kommen weiche Frikadellen, gedünsteter Fisch, Nudeln und Omelett dazu. Bis die endgültigen Zähne drin sind, fallen Nüsse, Leblebi (geröstete Kichererbsen), Maiskolben, Brot mit harter Kruste, Simit, der Sesamkringel, Äpfel zum Reinbeißen und Fleisch mit Knochen weg. Wenn Sie einen Apfel möchten, schneiden Sie ihn in dünne Scheiben. Statt mit den Schneidezähnen abzubeißen, kauen Sie kleine Bissen hinten.

„Nicht mal Simit?“ Da gucken viele richtig traurig. Nicht mal Simit. Keine Sorge: Der liegt auch in drei Monaten noch in derselben Bäckerei auf derselben Theke.
Anreise aus dem Ausland: Flug, Hotel und die Zeit zwischen den Aufenthalten
Wann darf man nach der OP fliegen? Den meisten Patienten raten wir, mindestens 24-48 Stunden zu warten. Nach einem Sinuslift verlängert sich das wegen des Kabinendrucks auf eine Woche, manchmal mehr. Mein praktischer Rat: Planen Sie für den ersten Aufenthalt insgesamt 6-7 Tage ein und buchen Sie den Rückflug für einen Tag, nachdem die provisorischen Zähne eingesetzt und kontrolliert sind.
Beim Hotel ist die Nähe zur Klinik mehr wert als Luxus. In den ersten Tagen will niemand eine Stunde im Istanbuler Verkehr stecken. Unsere Klinik am Goldenen Horn liegt in Hasköy, mitten auf der europäischen Seite; unsere Klinik in Pendik auf der asiatischen Seite, nicht weit vom Flughafen Sabiha Gökçen. Je nachdem, wo Sie landen, suchen wir gemeinsam aus, was praktischer ist.

In den Monaten zwischen den beiden Aufenthalten sind Sie zu Hause. In dieser Zeit betreuen wir Sie aus der Ferne, per Foto und Nachricht: je eine Kontrolle in der ersten Woche, im ersten Monat und vor der endgültigen Brücke. Lockert sich am Provisorium eine Schraube oder bricht ein kleines Stück ab, kein Grund zur Panik. Foto machen, Nachricht schreiben. Brauchen Sie die Hilfe eines Zahnarztes vor Ort, schicken wir ihm Ihr DVT und die Implantatdaten digital.
Wie Gesundheitstourismus grundsätzlich funktioniert, was es mit der Zulassung von Kliniken auf sich hat und was Sie vor der Reise fragen sollten, steht ausführlich in unserem Ratgeber Zahnbehandlung und Gesundheitstourismus in der Türkei. Wenn es geht, hängen Sie an den zweiten Aufenthalt einen Tag dran. Der erste Tee am Wasser mit den neuen Zähnen ist der Moment, von dem uns Patienten die meisten Fotos schicken.

All-on-4 Brücke reinigen und pflegen
Eine festsitzende Brücke bekommt keine Karies, aber darunter sammeln sich Speisereste und Plaque. Entzündet sich das Zahnfleisch um ein Implantat, wir sprechen von Periimplantitis, kann Knochenabbau einsetzen. Im Grunde ist das die Implantat-Version der Parodontitis am natürlichen Zahn. Zahnfleischbluten ist auch hier das erste Warnsignal.
Die tägliche Routine ist nicht lang, aber auslassen sollten Sie sie nicht. Morgens und abends mit einer weichen oder elektrischen Zahnbürste über die Außenflächen der Brücke und die Linie, an der sie aufs Zahnfleisch trifft. Für die Unterseite eine Munddusche: Den Wasserstrahl richten Sie in den Spalt zwischen Zahnfleisch und Brücke. Dazu spezielle Zahnseide mit verstärktem Ende oder eine Interdentalbürste, die Sie unter der Brücke durchfädeln und um jedes Implantat herumführen. In der ersten Woche stellen Sie sich dabei ungeschickt an. Ab der zweiten dauert es zwei Minuten.

Im ersten Jahr finden die Kontrollen meist alle drei bis sechs Monate statt. Wenn nötig, schraubt der Zahnarzt die Brücke ab, reinigt darunter und rund um die Implantate, prüft die Schrauben und setzt sie wieder ein. Wenn Sie nachts knirschen, sagen Sie es uns unbedingt. Eine Aufbissschiene, die über die endgültige Brücke passt, schützt Brücke und Implantate gleichermaßen.
Wie lange hält All-on-4?
Wenn Ihnen jemand eine genaue Zahl an Jahren nennt, seien Sie ein bisschen skeptisch. Ein Mund wird benutzt, und jeder benutzt seinen anders. Was ich sagen kann: Ob Implantate viele Jahre an Ort und Stelle bleiben, hängt vor allem von der Sorgfalt bei Planung und Eingriff ab, von Ihrer täglichen Pflege, vom Rauchen und davon, ob Sie zu den Kontrollen kommen. Die Zähne der endgültigen Brücke können sich mit der Zeit abnutzen; Acryl- oder Kompositzähne lassen sich über die Jahre erneuern, Schrauben nachziehen, kleine Reparaturen können anfallen. Das ist kein Defekt. Das gehört zur Wartung.

Ein Patient hat das mal mit dem Auto verglichen: „Wenn der Motor gesund ist und du pünktlich zum Ölwechsel fährst, lässt er dich nicht liegen.“ Technisch hinkt der Vergleich ein bisschen. Der Kern stimmt.
All-on-4 Kosten in der Türkei: Warum wir keine Preise nennen
Wenn Sie hier gelandet sind, weil Sie „all on 4 kosten türkei“ gegoogelt haben, muss ich Sie ein wenig enttäuschen. Die türkische Verordnung über die Werbung von Gesundheitseinrichtungen verbietet Kliniken, auf ihren Websites Preise, Rabatte oder Pakete zu veröffentlichen. Der zweite Grund ist ganz praktisch: Wie viele Implantate nötig sind, ob ein Knochenaufbau gebraucht wird, wie viele Zähne gezogen werden und aus welchem Material die endgültige Brücke sein soll, weiß niemand, bevor das DVT da ist. Eine Zahl ohne Untersuchung ändert sich am ersten Tag. Die tatsächlichen Kosten erfahren Sie schriftlich mit dem Behandlungsplan, nach Untersuchung und DVT.
Zurück zu unserem Duisburger. In der zweiten Maiwoche bekam er in jeden Kiefer vier Implantate, am dritten Tag saßen die provisorischen Zähne. Bis zur Hochzeit Suppe, Joghurt, Frikadellen. Lammbraten aus dem Ofen ist weich, den habe ich ihm erlaubt.
Am letzten Samstagabend im Juni, gegen elf Uhr, ploppte auf WhatsApp ein Foto auf. Ein Hochzeitstisch mit weißer Decke, davor ein Teller Lammbraten. Darunter drei Wörter: „Tasche leer, Doktor.“ Im Oktober kam er für die endgültigen Zähne. Das Video vom Tanzen hatte er auch dabei.
Wenn Sie vor einer ähnlichen Entscheidung stehen, schicken Sie uns Ihr Panoramaröntgen und ein paar Fotos per WhatsApp oder über unsere Kontaktseite. Unsere Zahnärzte schauen sich alles an und sagen Ihnen schriftlich, ob All-on-4 für Sie infrage kommt und wie viele Tage und Aufenthalte nötig wären. Einen Überblick über die Behandlung finden Sie auf unserer Seite All-on-4 Implantate, das Implantat selbst erklären wir im Beitrag Was ist ein Zahnimplantat und wie wird es gesetzt.
Häufige Fragen
Wie viele Tage brauche ich für All-on-4 in der Türkei?
Die meisten Patienten brauchen zwei Aufenthalte. Der erste dauert 5-7 Tage; in dieser Zeit erfolgen Untersuchung, DVT, Implantat-OP und die festen provisorischen Zähne. Für die endgültige Brücke folgt 3-6 Monate später ein zweiter Aufenthalt von wieder 5-7 Tagen. Ist ein Knochenaufbau oder Sinuslift nötig, kann der Abstand länger werden; den genauen Zeitplan legen wir nach dem DVT fest.
Bekomme ich mit All-on-4 feste Zähne am selben Tag?
Wenn der Knochen geeignet ist und die Implantate direkt beim Setzen fest genug sitzen, kann innerhalb von 1-3 Tagen nach der OP eine feste provisorische Brücke auf den Implantaten verschraubt werden. Ist der Halt nicht ausreichend, werden die Implantate nicht belastet und die Einheilphase wird mit einer provisorischen herausnehmbaren Prothese überbrückt. Diese Entscheidung fällt während der OP.
Was ist besser, All-on-4 oder All-on-6?
Eine pauschale Antwort gibt es nicht. All-on-6 trägt die Brücke auf mehr Implantaten, braucht aber mehr Knochen; fehlt dieser, kann ein Knochenaufbau oder Sinuslift die Behandlung verlängern. All-on-4 nutzt den vorhandenen Knochen dank der schräg gesetzten hinteren Implantate besser aus. Die Wahl hängt von Knochenangebot, Kiefer, Kaukraft und Zähneknirschen ab.
Tut die All-on-4 OP weh?
Der Eingriff erfolgt unter örtlicher Betäubung, deshalb spüren Sie währenddessen keine Schmerzen; auf Wunsch ist eine Sedierung im Beisein eines Anästhesisten möglich. Danach erreicht die Schwellung meist am zweiten und dritten Tag ihren Höhepunkt und klingt dann ab. Bei den meisten Patienten lassen sich die Schmerzen mit den empfohlenen Schmerzmitteln gut kontrollieren.
Wann kann ich nach All-on-4 wieder normal essen?
In den ersten zwei Wochen empfehlen wir Speisen, die sich mit der Gabel zerdrücken lassen, etwa Suppe, Joghurt und Püree, danach kommen weiche Frikadellen, Fisch und Nudeln dazu. Bis die endgültige Brücke eingesetzt ist, also meist 3-6 Monate lang, sollten Sie harte Lebensmittel wie Nüsse, Brot mit harter Kruste, Simit, ganze Äpfel und Fleisch mit Knochen meiden.
Ist All-on-4 auch bei Knochenschwund möglich?
Oft ja. Bei All-on-4 werden die hinteren Implantate schräg gesetzt und holen sich Halt im dichteren Knochen vorne; dadurch ist bei vielen Patienten seltener ein Knochenaufbau nötig. Bei sehr starkem Knochenschwund kommen Knochenaufbau, Sinuslift oder im Oberkiefer Zygoma-Implantate infrage. Die Entscheidung fällt anhand des DVT.
Ist All-on-4 bei Diabetes möglich?
Bei gut eingestelltem Blutzucker ist All-on-4 möglich. Vor der Planung wird der HbA1c-Wert geprüft, bei Bedarf entscheiden wir gemeinsam mit Ihrem Internisten. Ein schlecht eingestellter Diabetes verzögert die Heilung und erhöht das Infektionsrisiko; dann sollte der Blutzucker zuerst stabilisiert werden.
Ist die All-on-4 Brücke herausnehmbar und wie reinige ich sie?
Nein, die All-on-4 Brücke ist auf den Implantaten verschraubt und kann von Ihnen nicht herausgenommen werden. Die tägliche Reinigung erfolgt mit einer weichen oder elektrischen Zahnbürste, einer Munddusche und spezieller Zahnseide oder einer Interdentalbürste, die unter der Brücke durchgeführt wird. Bei den Kontrollen schraubt der Zahnarzt die Brücke bei Bedarf ab und reinigt darunter und rund um die Implantate.
Wie oft muss ich für All-on-4 in die Türkei reisen?
In der Regel zweimal. Beim ersten Aufenthalt werden die Implantate gesetzt und feste provisorische Zähne eingesetzt; beim zweiten Aufenthalt 3-6 Monate später wird die endgültige Brücke angefertigt. Dazwischen läuft die Nachsorge per Foto und Nachricht aus der Ferne. Wer vorab ein Panoramaröntgen und Fotos schickt, weiß früh, wie viele Tage er einplanen sollte.
Wann darf ich nach All-on-4 fliegen?
Nach einer Implantat-OP raten wir den meisten Patienten, mindestens 24-48 Stunden zu warten. Nach einem Sinuslift kann sich diese Zeit wegen des Kabinendrucks auf eine Woche oder länger verlängern. In der Praxis hat es sich bewährt, für den ersten Aufenthalt 6-7 Tage einzuplanen und den Rückflug erst nach Einsetzen und Kontrolle der provisorischen Zähne anzusetzen.